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Release

Faktor X

FaktorX -Techno

Date: 07.12.2015
Catalog: AEMAAF001
Genre: Techno
Label: Aztek Electronic Music

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Ocean Lily

ocean-lily-cover

Date: 01.11.2014
Catalog: AEMAAF001
Genre: Future Jazz, Progressive. Techno
Label: Aztek Electronic Music

Aztek Electronic Music

International music label, based in Melbourne, Australia, for independent, contemporary and original artists. Cultural dealers of the highest quality, contemporary and cutting-edge sounds, visual art and events.

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Video

Ocean Lily Sound
Murti 2014

Murti 2014 Back to Works

Film

Soundcloud

Review – Press

Ruhrnachrichten Oktober 2017

Meditatver Elektronik – Jazz
Kabelgewirr, Boxen, Synthesizer und Effektgeräte füllen am Freitagabend den Altarraum der alten Kirche am Brackeler Hellweg.Gilda Razani und Hans Wanning, beide in der Jazz und Dance – Szene ein Begriff, stellen die sphärischen Sounds ihres dritten Albums vor. In der Kirche, deren Steinsäülen mitdröhnen, ist der Auftritt ein großes Liveerlebnis.Zu etwas Besonderem macht die Musik das von Razani perfekt beherrschte Theremin.Razani bewegt die Hände im elektromagnetischen Feld zwischen zwei Antennen zu weltraumartigen Melodien, was einen magischen Eindruck vermittelt. Nur wenige beherrschen diese Klangerzeugung, die in hohen Lagen geisterhaft wirkt.Razani verzichtet auf Eskapaden und spielt im mittleren Frequenzbereich, was außergewöhnlich genug ist. Dazu bedient sie mit den Füßen ein Gewirr an Effektgeräten, nicht nur, um das Theremin zu verzerren oder Loops und Halleffekte zu erzeugen, sondern auch ihr zweites Hauptinstrument, das lyrisch klingende Sopransaxophon.Hans Wanning spielt einen Wust an Stagepianos, Synthesizern, Sequenzen und Kontrolltastaturen für Computerprogramme, mit welchen er nicht nur dröhnende Harmonien im tiefsten Frequenzbereich beisteuert, sondern auch improvisiert. Lange, an die Romantik angelehnte Melodien bilden den Hauptteil des Programms, das besonderen Pep erhält, weil die Musiker ihre Sounds live verfremden, was dem Spiel eine Verbundenheit und zyklische Einheit sichert, wie sie rein akustisch nicht vorstellbar ist.
Martin Speer

Fazemag Mai 2017

Gilda Razani und Hans Wanning sind gemeinsam About Aphrodite. Sie bestechen durch elektronische Musik, kombiniert mit akustischen Instrumenten, gefüllt mit tiefen Beats, melancholischen Melodien, hypnotischen Sphären und Mustern mit ausgeprägtem Charakter. Sowohl im Club als auch auf Konzerten harmonieren die beiden in einer soundtech- nischen Symbiose. Razani ist für das Theremin, Saxophon und die Live-Elektronik zuständig. Wanning bedient das Piano, die Keyboards und die Live-Elektronik. Ihr aktuelles Programm heißt About Aphrodite//Membran Music, das sie auch mit Visual Arts verbinden.
Sie bespielten u. a. bereits das Fusion Festival genauso wie das Les Digitales in der Schweiz, das Spirit of the Woodstock Festival in Italien und auch das Jazz Province in Russland. Darüber hinaus sind sie seit 2015 für zahlreiche Kompositionen und Soundtracks im deutschen WDR-Fernsehen verantwortlich, darunter für die Serien „Hashtag“ so- wie „Schrecklich Schön“. Musikalisch besonders geprägt hat Wanning seine Zeit während des Studiums für Jazzpiano und klassische Kom- position in Amsterdam. „Ich habe in einer WG mit drei anderen Keyboar- dern gewohnt. Auf dem Dachboden unseres Hauses haben wir das gesamte Equipment aufgebaut und fröhliche Sessions mit diversen Ataris, DX7 etc. gemacht. Ständig gab es Probleme mit dem Syncen und überhaupt mit dem ganzen technischen Kram, trotzdem haben wir viel verrücktes Zeug zusammengeschraubt ohne jeden Verwertungsanspruch. Damals war Joe Zawinul als Jazzkeyboarder und durch seinen Umgang mit Sounds das Maß aller Dinge für mich. Vor ungefähr sechs Jahren habe ich ,The Last Resort’ von Trentemøller gehört und mich daraufhin mit allen möglichen Spielarten elektronischer Musik beschäftigt – viel Techno, aber auch experimentellere elektroakustische Sachen aus der Neue-Musik-Szene. Oft habe ich einfach nur Klavier dazu gespielt und geguckt, was mich irgendwie inspiriert.“
Razani hat ein Studium als Orchestermusikerin für Saxofon in Detmold abgeschlossen „Nach dem Studium bin ich eines Morgens aufgewacht und wusste, dass ich jetzt Theremin lernen möchte. Es ist der älteste elektronische Klangerzeuger und wird vollkommen berührungslos gespielt. Dadurch entwickelte ich auch ein Faible für Live-Elektronik.“ Hans:„Auf jeden Fall ist das Theremin ein starker Teil unserer Soundidentität. Auch und gerade weil Gilda soviel mit der Verfremdung des Originalklangs arbeitet. Für mich sind Octatrack und Klavier bzw. Synthesizer die bestimmenden Medien.“ Improvisation spielt bei den beiden eine große Rolle. „Ich benutze ein Chaos-Pad, das mit dem Octatrack von Hans vernetzt ist, und einen Midi Fighter Controller, mit dem ich Samples und Loops bearbeite. Ich spiele ein Selmer Balanced Action Tenorsaxofon und ein Etherwave Pro Theremin von Moog über meine Strymon und Elektro-Harmonix-Effekte sowie B-Box-Verzerrer“, erzählt Razani. „Ich improvisiere eigentlich die ganze Zeit. Wir verabreden in unserem Live-Set nur bestimmte Eckpunkte, den Rest improvisieren wir zu den Punkten hin. Ich kreiere das Geräuschhafte, die Drohnen, mit meinen Instrumenten oder meiner Live-Elektronik. Auch unsere Melodien und Harmonien wie zum Beispiel in unserem neuen Stück ,Eismond’, das man bei SoundCloud schon hören kann, sind alle improvisiert.“ Wannings Setup hingegen besteht aus „… einem Nordstage 2, Nordlead A1, Evolver und einem Moog Minitaur für Bass-Sequenzen. Das Octatrack läuft als Master, der Computer liefert einige Samples, Softsynths und Effekte. Die Sachen werden über eine Controllerkonfiguration aus Ableton Push, Midi Fighter etc. gesteuert. Manchmal greift Gilda auch noch über das Theremin via CV to Midi in das Rechnergeschehen ein. Pro Track gibt es einen überschaubaren Baukasten aus Sequenzen, Basic-Loops, Sounds und Athmos, die den Grundcharakter definieren. Alles Weitere wird improvisiert, das heißt, wie wir den Track aufbauen, was wir auf unseren Instrumenten spielen und wie das elektroni- sche Material bearbeitet wird.“
Ihr Ziel? „Die Verbindung von groove- und looplastiger sowie texture- und athmoartiger Elektronik mit längeren melodischen Bögen und einer etwas weiter entwickelten Harmonik.“ Und das möglichst organisch und hyp- notisch. Dies zeigten sie bereits auf ihren beiden Alben „Ocean Lily“ und „Faktor X“. Nun arbeiten sie an neuem Material. „Der Anteil an Improvisation und Drones ist jetzt viel höher, außerdem nehmen wir unsere neuen Alben als Live-Sessions auf. Wir suchen dafür noch ein Label in Europa, bis jetzt waren wir bei Aztek Electronic Music in Australien.“ Nach dem Highlight im vergangenen Jahr, wo sie im Luftschloss der Fusion spielten, und nachdem sie bei einer einwöchigen Tour durch Russland in ausverkauften Theatern und Philharmonien spielten, freuen sie sich bereits auf die beiden Festivals Skandalös sowie Klangtherapie, welche im Sommer stattfinden werden. „Außerdem planen wir neben den Arbeiten an den neuen Alben auch eine große Release-Tour im Herbst.“
Rafael Da Cruz

concerto Österreich April 2016
Liest man im Vorfeld im Booklet Instrumente wie Theremin und Saxophon, gespielt von Gilda Razani und Piano beziehungsweise Elektronik von Hans Wanning, erweckt dies in Verbindung mit so klingenden Titeln wie ‚Sternspringer‘, ’Das Meer der Träume‘ oder ‚Weltenbaumeister‘ gewisse Vorstellungen oder Erwartungen.Kommen doch beide Protagonisten aus dem Jazzbereich. Da kann es schon zu leichten Irritationen im ersten Moment kommen, wenn ein wummernder Bass loslegt und sich die Geschichte nach den ersten Takten in einen veritablen Technobeat mit entsprechender Schlagzahl entwickelt. Und genau dann setzen die beiden ihre obergenannten Instrumente punktgenau ein, durchstoßen somit monotone Züge und eröffnen immer wieder gekonnt neue Sphären. Ja, natürlich könnte dies auch unter Umständen anstelle eines DJ- Gigs in einem Technoclub durchgehen, aber diese feine gefühlvolle Abfolge als Gegenpart zu den kräftigen vordergründig erscheinenden, harten Beats sind das besondere und herausragende Merkmal.Hier wird das Pferd quasi von hinten aufgezogen, es bedient sich nicht ein DJ einiger Liveinstrumente, hier nutzen Soundtüftler aus der handwerklichen Riege harte Technobeats für ihre Performance, und somit sind auch die Namen der einzelnen Stücke wieder schlüssig. Sehr interessant!
tawo

nrwjazz.net April 2016
Das Sich-Neuerfinden, was man jedem kreativen Musiker wünschen möchte, erfolgt bei Gilda Razani und Hans Wanning nicht schubweise, sondern ist ein kontinuierlicher Prozess. Seit zwei Jahren treten die beiden als Elektronik-Duo „About Aphrodite“ auf. Das aktuelle Album des Duos markiert einen neuen Reifelevel, der von künstlerischer Konsequenz zeugt. Denn die lebt in der besonderen Art der beiden Dortmunder, improvisatorische Elemente und inspirierte musikalische Ideen sowie den kreativen Umgang mit elektronischen und akustischen Elementen zum großen Ganzen zu vereinen. Das ist schon lange viel mehr als mutiges Crossover. Wie ästhetisch relevant und auch funktional sehr gut brauchbar die Schöpfungen der beiden sind, markiert ein weiterer Umstand aufs eindrücklichste: Hanns Wanning und Gilda Razani wurden zur musikalischen Ausgestaltung einer tief bewegenden ARD-Dokumentation über die Opfer des Germanwings-Katastrophe beauftragt.Mit weniger Tragik, dafür mit umso mehr märchenhafter Atmosphäre und rhythmischer Wucht für den Dancefloor kommt die aktuelle CD „Faktor X“ daher. Die Tracks dieser neuen Platte führen – von den beiden tief verstanden! – hinein in die energetischen Epizentren eines mal housigen, mal trancigen oder auch subtil technoiden „Four to the Flour“- Beats und deren Vielgestalt revidiert auch die letzten hartnäckigen Vorurteile, dass elektronische Tanzmusik „monoton“ oder „stumpf“ daherkommt. Ob es auch daran liegt, dass der Pianist und Keyboarder Hans Wanning und die Saxofonistin und Thereminspielerin Gilda Razani aus der Variabilität von Jazz und Improvisierter Musik kommen. Dass sie als profunde Instrumentenbeherrscher ihre Musik erst mal ausgiebig live vor Publikum ausprobieren, bevor alles schließlich auf Platte kommt?Die Tracks dieser Platte sind so atmosphärisch und emotional vielgestaltig, wie sie heißen: „Weltenbaumeister“. „Die Zukunft beginnt von vorn“ oder „Das Meer“. Unablässig schieben tiefe Bassimpulse voran, sphärische Hintergrundsounds weiten das Panorama. Viel Wärme produzieren die fetten, räumlichen Abmischungen – wo viele „Konkurrenzprodukte“ oft zu trocken daher kommen. So wird der Hörende mitgenommen. Treffsicher eingesetzte Klaviermotive, ein Saxofonton, vokale Laute entfalten gerade durch ihren konsequenten Minimalismus um so „maximalere“ Wirkungen und liefern emotionale Farbtupfer im richtigen Moment. Keine Spur von Floskeln oder Plattitüden – eine Falle, in die sonst viele tappen bei so etwas! Dafür umso mehr, dramaturgisch geschickt platzierte Impulse im richtigen Moment. Ein Laut der Stimme, wo nur der Klang die Emotion transportiert. Geräusche, die mal eine Textur erzeugen oder auch einen Imulse freisetzen. Vereinzelte Klavierakkorde, die um so „musikalischer“ wirken, wenn sie in die Abstraktion hinein fallen. Und da sind auch wieder – aber viel „hintergründiger“ als beim Vorgängeralbum eingesetzt – die sphärisch singenden Bögen, die entstehen, wenn Gilda Razanis Hände auf dem Theremin imaginäre Figuren in unsichtbare Magnetfelder hinein zeichnen. Dies alles vollzieht sich auf dem neuen Album in einer bezwingenden Dichte und vorbildhafter kreativer Reichhaltigkeit. Die Konzepte sind alle nicht revolutionär neu, aber wollen dies auch nicht sein. Stattdessen werden sie weitergedacht und mit authentischem Leben angefüllt. Und das ist innerhalb einer gewissen Schnelllebigkeit von elektronischen Popmusiktrends eine ganz wichtige Qualität!
Stefan Pieper

WAZ Der Westen März 2016
Dortmunder Duo findet den Weg zwischen Elektro und Jazz
About Aphrodite (Gilda Razani und Hans Wanning) aus Dortmund verbinden Jazz und Techno auf gekonnte Weise.
Dem Dortmunder Duo About Aphrodite gelingt die Fusion zweier auf den ersten Blick nicht zusammenpassender Musik-Genres: Elektro und Jazz.
Es gibt keine Schublade, in die die Musik von Gilda Razani and Hans Wanning auf Anhieb passt. Die Bässe wummern monoton, Elektroklänge flirren und weisen ganz klar die Richtung: Hier handelt es sich um Techno. Doch plötzlich durchbricht ein Saxophon die Monotonie. Klavier-Passagen, mal klassisch warm, mal jazzig verspielt, nehmen den Zuhörer an die Hand in ein Genre, das es so noch gar nicht gibt: Techno-Jazz.
Der Fokus von About Aphrodite liegt ganz klar auf elektronischen Sounds, nachdem sich die beiden Musiker unter dem Projektnamen Sub.Vision in der Jazz-Szene einen Namen gemacht hatten. Hans Wanning spielt seine Synthies sehr technolastig. Gilda Razani, eigentlich Saxophonistin, verleiht den Stücken mit dem Theremin, einem ganz besonderen elektronischen Instrument, eine ganz besondere Note. So ist „Faktor X“, das aktuelle Album der beiden Dortmunder, zwar ganz eindeutig ein Elektro-Album, doch auch Jazz-Fans könnten auf den Geschmack kommen und lernen, die musikalischen Vorzüge von Techno schätzen zu lernen.
Live verbinden die beiden Musiker ihre Wurzeln und ihre neue musikalische Leidenschaft noch viel intensiver als auf dem Album. Gilda Razani spielt mehr Saxophon, Wanning wechselt fliegend zwischen seinen Synthies und einem Flügel hin und her. Das volle Programm wird improvisiert, ohne für Elektro-Fans zu jazzig zu werden.
Im Interview sprechen Gilda Razani und Hans Wanning über ihren Weg, elektronische Musik in Jazz zu verknüpfen und was sie über musikalische Schubladen denken.
Gilda und Hans, Wie kam es zu dem Projekt?
Gilda Razani: Das hat sich aus unseren anderen Projekten entwickelt. Wir hatten vorher das Projekt Subvision, das war noch ein bisschen jazziger. Dann fing ich an, Theremin zu lernen und mich für elektronische Musik zu interessieren. Bei Hans war es parallel ebenso. So sind wir in das neue Projekt übergegangen und konnten uns auch nicht mehr um das alte Projekt kümmern.
Wie kamst du auf die Idee, Thermin zu lernen?
Gilda: ich bin eines Morgens aufgewacht und hatte das Gefühl, ich müsste jetzt Theremin lernen. Ich bin ja eigentlich Saxophonistin und eigentlich reicht das ja auch. Aber irgendwie kam es so über mich.
Was macht das Instrument so speziell?
Gilda: Es ist ein tolles Gefühl, berührungslos zu spielen und die Töne zu erfühlen.
Welche Fertigkeiten werden benötigt?
Gilda: Man braucht einen festen Stand und darf nicht wackeln. Sonst hat man einen anderen Ton. Die Töne verändern sich, wenn man sich im elektromagnetischen Feld des Theremins bewegt. Das ist nicht gerade einfach.
Bei Auftritten wechselst du aber oft zwischen Saxophon und Theremin hin und her.
Gilda: Das macht es noch schwieriger. Aber bis jetzt bleibe ich auch dem Saxophon treu.
Hans, dein Piano-Spiel klingt nach klassischer Ausblidung.
Hans Wanning: Ich bin an allem interessiert, ein Allrounder. Als Kind habe ich natürlich klassische Stücke gespielt, aber schon damals habe ich darüber auch improvisiert. Das ist in mir offenbar so angelegt. Ich habe die Genre-Grenzen nie eingehalten.
Woher kam dann das Interesse an Elektro?
Hans: Eigentlich habe ich mich schon seit meiner Jugend dafür interessiert, was mit Synthesizern möglich ist. Schon zu meiner Studentenzeit hatten wir mit drei Keyboardern alles Mögliche auf einen Dachboden gepackt und aufgebaut. Wir hatten etliche Keyboards, Computer, dann kam noch ein Gitarrist dazu, der auch unheimlich viel Zeug hatte. Da hat das schon begonnen. Dabei hat mich die elektronische Musik selbst gar nicht so angezogen. Eher das Keyboardspiel von Leuten wie Joe Zawinul.
Das Interesse an elektronischer Musik kam jetzt durch meine plötzliche Faszination für Berliner Techno. Das hat eine ganz eigentümliche Ästhetik und Dinge, die für mich früher überhaupt keine Rolle gespielt haben.
Was zum Beispiel?
Hans: Techno lässt die Grenzen zwischen Klang, Lärm und Rauschen verschwimmen. Es ist wesentlich, dass man daraus eine Klangskulptur formt, die sich dann über die Zeit ausdehnt. Das finde ich unheimlich attraktiv.
Wisst ihr schon, in welche Richtung sich eure Musik entwickeln soll? Auf eurem Konzert und auch auf dem aktuellen Album „Faktor X“ wirkt ihr noch etwas unentschlossen.
Hans: Wir sind uns natürlich nicht immer einig, wie groß der Anteil der unterschiedlichen Elemente sein soll. Aber es ist nicht so, dass wir in unterschiedliche Richtungen streben. Wir versuchen live möglichst viel zu improvisieren. Live spiele ich viel mehr Klavier als auf dem Album. Das wird sich auch nicht ändern. Man muss aber immer genau schauen, wo es passt. Es ist unheimlich schwierig, einen melodischen Verlauf in eine Techno-Atmosphäre zu bringen, weil eine Melodie ein Subjekt ist. Viele Arten von Techno sind aber frei davon und funktionieren eher als Kollektiv. Wir wollen aber einen Weg finden, melodisch zu arbeiten, weil das unsere Stärke ist.
Geschieht die Improvisation auf der Bühne tatsächlich vollkommen ohne Absprache?
Gilda: Was wir machen, ist ohne Absprache. Innerhalb eines Stückes gibt es aber gewisse Eckpunkte, an denen wir ansetzen können. Was wir dann aber genau machen, ist nicht abgesprochen.
Elektro ist oft sehr durchgestylt und programmiert. Improvisation spielt da meist keine Rolle.
Gilda: Das versuchen wir hinzukriegen. Wir haben einzelne Bausteine, die wir unterschiedlich zusammensetzen können.
Hans: Der improvisierte Anteil wird größer. Es ist schwierig, mit den ganzen Bausteinen so zu jonglieren, dass es gut zusammenpasst und unserem Anspruch gerecht wird. Das ist anspruchsvoll, aber wir haben großen Spaß daran. Natürlich kann das auch mal in die Hose gehen. Aber Miles Davis hat gesagt, wenn man einen Fehler macht, soll man ihn zweimal machen – vielleicht wird etwas Gutes daraus. In dem Sinne sind wir auch weiterhin Jazzmusiker.
Bei vielen Elektro-Acts kehren akustische Instrumente wie Schlagzeuge und Gitarren zurück ins Studio und auf die Bühne. Könnt ihr euch vorstellen, diesen Weg auch zu gehen?
Gilda: Wir spielen ja unsere Instrumente und machen sehr viel mit Klavier, Saxophon und Theremin. Ich finde die Techno-Beats, wie sie jetzt bei uns klingen, genau gut. Wenn wir uns noch auf ein weiteres Element beziehen wollen, dann auf Video. Das spielt für uns eine große Rolle.
Hans: Ich glaube eher, dass wir eher sphärischer werden wollen, statt mit einem Schlagzeug noch mehr Power zu erzeugen. Dabei sollen dann auch die Visuals, die wir einsetzen, unterstützen. Wir können auch mal eine Viertelstunde völlig ohne Beat spielen.
Techno lebt von einer bestimmten hypnotischen Eintönigkeit. Wollt ihr noch stärker in diese Richtung oder weiterhin jazzig bleiben?
Gilda: Gerade dieses Hypnotische und immer Wiederholende finde ich gut und reizvoll. Aber das kann ja auch spontan durchbrochen werden.
Hans: Natürlich müssen wir einen Weg finden, dass sich das nicht widerspricht. Es ist völlig ungeeignet, wenn ich mit meinen bisherigen Parametern Klavier dazu spiele. Man arbeitet mehr mit Akkordwiederholungen und Arpeggio, weniger mit Jazz-Patterns. Das ist schwierig, aber eben auch unser Job.
Dortmund ist musikalisch nicht gerade der Nabel der Welt. Ist es ein Vor- oder Nachteil hier in einer Nische zu arbeiten?
Gilda: Ich habe mich auch schon gefragt, ob es nicht besser wäre, in Hamburg zu arbeiten. Aber das wissen wir nicht.
Hans: Ich fahre lieber ab und zu einfach so nach Berlin. Ich habe Kollegen, die es trotz aller Qualität nicht leicht haben. Für Musiker ist es in Berlin nicht einfach.
Hat sich die Plattenfirma gefreut, als ihr die Idee hattet, jetzt Elektro zu machen?
Hans: Wir haben ja jetzt ein neues Label aus Australien.
Warum ausgerechnet australisch?
Gilda: Das hat einfach gut mit denen geklappt.
Hans: Es ist inzwischen ja egal, wo das Label sitzt. Die haben einen guten Distributor, einen guten Layouter – es ist stimmig. Es ist nicht leicht, ein akzeptables und akzeptiertes Label zu finden.
Plant ihr mit der neuen Musik euren Durchbruch oder macht ihr einfach euer Ding und schaut, was kommt? Und wie sähe so ein Durchbruch für euch aus?
Gilda: Jaaaaa, wir wollen den Durchbruch (lacht). Und wir machen unser Ding. Ich bin total von dem, was wir jetzt machen überzeugt. Wir sind authentisch und spielen so, wie wir gerne spielen. Das verbinden wir mit dem Rhythmus, den wir beide gut finden.
Hans: Im Ergebnis würde das bedeuten, dass wir einfach viele gute Konzertmöglichkeiten haben, also mit Flügel und so weiter. Es geht nicht unbedingt darum, in irgendwelchen Clubs aufzutreten, sondern eher darum, ein einigermaßen erfolgreiches Nischen-Konzertprojekt sind. Wir würden auf viele Festivals passen.
Gilda: Wir sind so etwas wie der besondere Act (lacht).
Wo seht ihr euch in der Elektro-Szene? Viele rutschen zum Beispiel irgendwie in die Gothic-Szene, nur weil sie auf der Bühne mal schwarze Klamotten getragen haben…
Hans: Es gibt in der Elektro-Musik unglaublich viele Schubladen. Wir nehmen verschiedenste Dinge in die Hand und passen daher vermutlich in keine Schublade.
Gilda: Für uns ist unsere Musik schlüssig. Über die Schubalde müssen sich die Anderen Gedanken machen.
Stefan Reinke

Musikreviews.de Magazin für Metal, Progressive and Rock Febr. 2016
Falls es jemand noch nicht wusste: „Die Zukunft beginnt von vorn“ – und den klingenden Wegweiser dazu präsentiert uns ein deutsches Duo, das sich mit seinem Namen weit, weit in der Vergangenheit bewegt. ABOUT APHRODITE – eine musikalische Mixtur aus Electronics, Jazz, House und Techno, aber auch Harmonie und Melancholie. Und schenken wir der Aussage dieses interessanten Musik-Paares Glauben, dann ist ihre Musik eine Mischung aus „Electronic kombiniert mit akustischen Instrumenten, angefüllt mit tiefen Beats, melancholischen Melodien, hypnotischen Mustern und starken Grooves“. Eine sehr gute Beschreibung für das, was in den knapp 50 Minuten auf „Faktor X“ geschieht. Würden wir Buchstabe und Wort des Titels tauschen, wäre ebenfalls eine gute Beschreibung gefunden, denn vieles an dieser Musik würde auch als Soundtrack für „X Factor“ durchgehen.Nur bitte auf keinen Fall mit der progressiv ausgerichteten, ehemaligen VANGELIS-Band APHRODITE‘S CHILD verwechseln. Denn bei ABOUT APHRODITE treffen auf die griechische Göttin der Liebe, Schönheit und sinnlichen Begierde fast durchgängig 100 bis 130 elektronische bpm (beats per minute) sowie Piano, Saxofon und Theremin. Ob das nun scharf, schön oder verliebt macht, ist natürlich immer vom Blickwinkel des Betrachters – oder besser Hörers – abhängig. Und „Faktor X“ verlangt von ihm den breiten Ohren-Rundum-Blick nicht nur über einen, sondern gleich mehrere musikalischen Tellerränder. House und Techno erklingen genauso wie Jazz und Akustik oder seltsame Gesänge und natürliche, aber irgendwie verrückt wirkende Klang-Collagen, wie wir sie in den 80ern zu lieben begannen, als uns ein paar ausgeflippte, britische Kunst-Klang-Aktivisten ihre ganz spezielle Interpretation namens ART OF NOISE um die Ohren hauten. Und die „Kunst des Geräuschs“ scheint zugleich auch oberstes Gebot bei GILDA RAZANI und HANS WANNING, alias ABOUT APHRODITE, zu sein bzw. sind sie „unermüdlich auf der Suche nach dem ewig währenden Moment, inspiriert durch die große Sinfonie der Welt“.Wen wundert‘s da noch, dass der erste Titel des Albums „Die Zukunft beginnt von vorn“ heißt und wir uns dann im „Zeitriss“ mit dem „Weltenbaumeister“ und dem „Sternspringer“ mitten in „Das Meer der Träume“ begeben, um in der „Heimsuchung“ auf unsere „Heldin der Nacht“ zu treffen. So beginnt das komplexe Kunstwerk von ABOUT APHRODITE als ein sich langsam steigerndes Stück mit Naturgeräuschen, welche von kurz angejazzten Saxofon-Tupfern durchbrochen werden, bis plötzlich ein fetter Basston rhythmisch loslegt, sich das Saxofon mehr Freiheit einräumt, verfremdete Vocals etwas von „Born“ offenbaren und wir es am Ende mit einer Kombination aus treibendem Techno oder House und frei jazzendem Saxofon sowie unbeschreiblichen Theremin-Wellen zu tun haben! Dieser Electronic-Trip nimmt einen mit – sehr oft natürlich auch mit sich wiederholenden Rhythmen und wummernden Bässen oder fetten Beats, über denen aber immer wieder neue Klangfarben platziert werden, die von Piano, Theremin, Saxofon, Stimmen oder Samples geprägt sind. Natürlich ist diese Musik etwas für alle, denen die BPM-Rate eines Tracks besonders wichtig ist und nicht für diejenigen, die handgemachte, akustische Songs im Focus haben. Trotzdem ist das Interessante an „Factor X“, dass hier nicht nur die Electronics drauflos-rumpeln, sondern eine Unmenge zusätzlicher Klänge die mitunter eintönig wirkenden Rhythmus-Wiederholungen durchbrechen, welche mal etwas Jazz oder Krautrock, ungewöhnliche Stimm-Samples und fast verrückt anmutende Klang-Collagen enthalten. Eindeutiger Höhepunkt dabei sind das Saxofon, das Theremin und Piano-Passagen, die den künstlichen E-Klanggebilden von ABOUT APHRODITE immer wieder natürliche gegenüberstellen und geschickt miteinander verschmelzen. Mit „Heldin der Nacht“, dem letzten Stück von „Faktor X“, kippt plötzlich die komplette, über 42 Minuten andauernde Grundstimmung des Albums und es zieht totale Harmonie, die anfangs an JEAN MICHEL JARRE erinnert und im Ambient zuhause ist, ein. Fast zu schön ist dieser Song, der sogar klaren weiblichen, sirenengleichen, weltmusikalisch anmutenden Gesang enthält. Die ideale Musik für die nächste „Terra X“-Dokumentation.Traumhaft schön und voller Bilder!
FAZIT: Eigentlich ist es sehr schade, dass es dieses musikalische Klangerlebnis nicht als physisches Album, sondern nur als Download zu erwerben gibt. Denn die Musik von ABOUT APHRODITE macht einem garantiert kein „Faktor X“ für ein U vor, weil die Beschreibung unter ihrer Homepage als „deep, dark, heavy and sweet“ sowie „euphorisierende und energiegeladene Klangreise“ genauso gut passt wie flotte bpm-Elecronics zum Saxofon. Ehrlich? Ehrlich!
Thoralf Koß

Ruhrnachrichten Dortmund Februar 2016
Harmonischer Wohlklang wie für eine Wellness-Oase
Sie sind Grenzgänger zwischen Electronica und Jazz. Ambient-Chill mischt sich mit technoiden Bumms, gewürzt mit Instrumental-Passagen, wo Hans Wanning Klavier spielt und Gilda Razani dem Saxofon Sirenenhaftes oder den Ruf von Nebelhörnern entlockt. Als Duo firmieren die beiden unter About Aphrodite, am Freitag stellten sie im Domicil ihr aktuelles Album ‚Faktor X‘ vor. ’Wir spielen in einem Zug durch und gucken mal, wohin es uns trägt, erklärt Hans Wanning, bevor die Klangexpedition startet.Die Reise beginnt atmosphärisch mit flächigen Sounds, auf die Wanning rhythmische Zweiton Phrasen setzt, Razani Saxofon Wärme haucht, bevor die pochende Basslinie einen mittelschnellen Housebeat unterlegt. Geloopte Becken rasseln, in der Video-Collage von Jan Voges wallt Rauch zu Spiralnebeln. Das Konzert und die Stücke atmen im Wechsel von träumerisch verspielten Momenten und solchen, wo elektronisches Gebrodel in wuchtiges tieffrequentes Klopfen übergeht. Manchmal regiert die Körperpeitsche von Electro und Techno, dann verebbt die Groove-Attacke und es wird wieder ruhiger und meditativ. Vorproduziertes verschmilzt mit Handgemachtem. Am Flügel produziert Wanning Klangcluster, liebliche Triller, oder scharfe Akzente . Dem elektromagnetischen Theremin entlocken Razanis Hände spukiges Wimmern, Brausen und Heulen, das sie mit der Rechten zu einem Vibrato moduliert. In der Zugabe läßt Sie das Instrument wie eine Flöte klingen. Hatte man vorher das Gefühl, sie sitzen zwischen den Stühlen (hier Electro, dort Jazz), so markiert das letzte Stück eine organische Fusion der Welten: harmonischer Wohlklang wie für eine Wellness-Oase.
Kai-Uwe Brinkmann

Mittelhessen Neue Zeitung Februar 2016
Publikum ist unterwegs in anderen Sphären
Was erwartet einen, wenn Musik mit Saxofon, Piano und Theremin angekündigt wird – und das dann auch noch elektronisch verfremdet wird? Neugierig auf die Antwort sind 90 Besucher der 1. Wetzlarer Improvisationstage gewesen.Insbesondere, was ein Theremin ist und wie das klingt, wollten sie wissen. So konnten Gilda Razani und Hans Wanning in der Abschlussmatinee experimentieren, was das Zeug hielt. Fast zwei Stunden hatten sie die volle Aufmerksamkeit aller.Das fasste die Musikerin und Komponistin Razani nach dem Konzert in die Worte: „Sie haben mit Ihrer Atmosphäre dazu beigetragen, dass wir so gespielt haben.“ Mit ihrer Komposition „About Aphrodite“ haben die beiden Musiker und Komponisten für das Publikum eine Klangskulptur erschaffen, bei der es zwar ein musikalisches Grundgerüst gab, aber keine Details und Abläufe festgelegt waren. Die Zuhörer ließen sich gerne auf das Experiment ein und auf eine außergewöhnliche Reise entführen.“Das Theremin ist ein bereits 1919 erfundenes elektronisches Instrument“, erklärt Razani. Töne werden zwischen zwei Antennen in einem elektromagnetischen Feld berührungslos erfühlt. „Dieses Feld und damit der Klang verändert sich schon allein durch die Anwesenheit der Zuhörer“, so Razani. „Wenn Sie näher an die Bühne herankämen, würde es sich wiederum ändern.““About Aphrodite“ beginnt mit Einspielungen, ergänzt durch Klaviertöne, zu denen Razani Geräusche in ihr Saxofon haucht. Zu einem immer gleichen Grundton am Klavier fügen sich kleine Melodiefolgen, unterlegt von einem elektronischen Rhythmus und sanften Saxofon-Klängen. Immer mehr Samples bilden ein Grundmuster, verziert mit perlenden Piano-Läufen und Saxofon-Improvisationen.Zu einem immer wiederkehrenden Techno-Sound bewegt Razani ihre Hände mit sehr fein abgestimmten Bewegungen zwischen den Antennen des Theremins. Wie von Zauberhand entlockt sie diesem geheimnisvollen Instrument mystische Laute.Schaltkästen dort, wo sonst die Noten liegen.Beide Musiker sind über elektronische Geräte miteinander verbunden und können ihr Spiel gegenseitig beeinflussen. Über Fußschalter können die unterschiedlichsten Sounds zugeschaltet werden, Razani kann zusätzlich die Klangfärbung mittels Fingerberührung eines „Kaoss Pads“ beeinflussen. „Dadurch klingt jedes Konzert anders.“Wanning spielt immer wieder Melodiefolgen mit der linken Hand, während er mit der rechten Knöpfe und Regler bedient. Wo sonst auf einem Klavier Noten liegen, steht alles voller Schaltkästen und Computern. Es fällt schwer, die Klänge zuzuordnen. Welcher Ton kommt woher? Was wird wie erzeugt? Geräusche wie Schüsse werden durch eine süße Klaviermelodie abgelöst, das Techno-Stampfen mit „Ugachaka“-Rufen ergänzt.Erwartungen liebgewonnener Hörgewohnheiten werden „enttäuscht“. Gnadenlos dröhnen synthetische Bässe zu lieblichen Melodien des Steinway-Flügels.
Mit anhaltendem Applaus entlocken die Zuhörer den beiden Akteuren noch die Zugabe: „Helden der Nacht“.
Andreas Müller

Coolibri April 2015
Das elektronische Musikprojekt About Aphrodite ist nichts für faule Zuhörer, für Liebhaber dafür aber ein echter Geheimtipp. Das Dortmunder Duo kombiniert eingängige Lounge-Klänge mit weichen, konsequenten Grooves und garniert das Ganze mit Klavier, Saxofon, Flöte und hier und da ein wenig Gesang. Ungewöhnlichste Zutat des aktuellen Albums „Ocean Lily“ (Aztek Electronic Music/Australien) aber ist das seltene elektronische Instrument Theremin, das ohne Berührungen gespielt wird

NRW Jazz.net Januar 2015
Zu neuen Ufern aufgebrochen sind Hans Wanning und Gilda Razani, die sich seit letztem Jahr about aphrodite nennen.Zwei Jazzmusiker sind in die weite Welt der elektronischen Tanzmusik aufgebrochen. Deren Praxis weicht ja gar nicht mal so sehr von den Prinzipien eines Jazzers ab. Will sagen: Vieles passiert live und jeder Auftritt ist anders. Pioniertaten für die beiden Dortmunder waren mehrere vielbeachtete Auftritte, bei denen Fetih Ak und Djamel Laroussi als Perkussionisten hinzu gekommen sind – eine allmonatliche Night Session im domicil gibt allen Raum, um sich von einengenden Formaten einzelner Stücke und domestizierten Hörsituationen weiter zu emanzipieren.Die Beats und die Musik spüren, sich fallen lassen, tanzen und die Energie des Raumes spüren. Ein nehmen und Geben für Musiker und Publikum…Jetzt sind finden sich die Früchte dieses Neuaufbruchs auf Tonträger verewigt – und damit es was ganz besonderes ist gleich auf einem repräsentativen Doppel-Vinyl. Was auch den DJ freut. Dafür ist about aphrodite beim australischen Label „aztekmusic“ untergekommen. Und da befinden sich die Dortmunder in bester internationaler Gesellschaft mit Künstlern im Bereich avancierter Elektronik. Drum and Bass, Triphop, Intellegent Dance Musik leben hier fort und entwickeln sich weiter – Genres die in den 90ern wie Pilze aus dem Boden schossen – als Produzenten und Musiker die weite Welt ungeahnter Klänge und neuer Technologien atmeten, und es eine Zeitlang so schien, als würde sogar die Popmusik vor allem vom Prinzip des musikalischen Fortschritts gesteuert.Das meiste davon ist wieder in den Underground zurückgekehrt und lebt hier munter weiter. „About Aphrodite“ entführt in die Gefilde von Trance, was manchmal auch psychedelisch und immer atmosphärisch, ja lyrisch eingefärbt ist. Schwere wummernde Subbässe, energische Kicks des Drumcomputers. Pulsierende Djemben und allerhand andere Werkzeuge für ein lebendiges Perkussion-Stakkato sind im Einsatz. Darüber legt sich ein opulentes Sounduniversum mit wärmenden Synthesizer-Leads. Auf einem solchen wärmenden Teppich bewegen sich Hanns Wanning, Gilda Razani, Fetih Ak und Djemel Laroussi ganz individuell. Melodische Elemente bis zu eloquenten Jazz-Improvisationen geben fantasievolle Fluchtpunkte und erzeugen eine märchenhafte Aura – mal auf Saxophonen und Flöte, immer wieder durch Klavier-Intermezzi, aber auch durch Gilda Razanis fragmenthaft eingestreute „spoken words“, die etwas mystisches haben. Das Label spricht hier von „Future Jazz“, man kann auch durchaus Spurenelemente von Minimal Techno ausmachen. Aber was sind schon Schubladen!Vor allem, wenn hier gleichsam exotisch wie plausibel jenes älteste elektronische Instrument der Welt mitmacht – das Theremin, bei dem auf wundersame Weise mit Handbewegungen völlig berühungslos imaginäre Saiten bzw. eigentlich Magnetfelder in Schwingungen versetzt werden. Gilda Razani nutzt dieses Instrument als Melodieinstrument. Natürlich haben auch die besonders plakativen Stücke ihren Weg auf dieses Doppelvinyl gefunden, wo der sirrende, singene Theremin-Sound eines der berühmtesten Morricone-Filmmmusikthemen und auch das Albinoni-Adagio mit romantisierend ironischer Spaghettiwestern-Ästhetik auflädt. Mindestens so spannend sind aber auch die schwirrenden, vibrierenden Klanggesten, mit welchen Gilda Razani den dichten vibrierenden Elektronik-Soundteppich aus Hanns Wannings Gerätepark komplettiert.„About aphrodite“ und das neue australisches Label haben bei der Produktion ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Stücke wurden beim sommerlichen Konzert im Gelsenkirchener Stadtbauraum aufgezeichnet. Die Nachbearbeitung des Materials lässt den Stücken aber die ganze Reife einer abgerundeten Studioproduktion angedeihen.
Stefan Pieper

Dortmunder Weihnachtsmatinee 2014
Als wären es unsichtbare Saiten, so bringen die Hände von Gilda Razani Klänge in Schwingungen, mit Glissandi und Vibrato. Die Dortmunderin spielt das Theremin, jenes älteste elektronische Instrument, welches den Ton durch unsichtbare Magnetfelder generiert – einfach ausgedrückt. Razani gehört zur Band „about aphrodite“ – zusammen mit dem Keyboarder Hans Wanning und dem Perkussionisten Fetih Ak. Wer sich in die hypnotische Mischung aus Trance-Beats und atmosphärisch dichten elektronischen Klangflächen fallen ließ, konnte auf Anhieb den ganzen Trubel ausblenden.Hans Wanning steuert in spontaner Improvisation den Mix aus Technobeats, Subbässen, Samples und Klangflächen. Fethi Ak synchronisiert seine Perkussions mit den programmierten Rhythmen. Und Gilda Razani bringt durch ihre sphärisch singenden Soloparts auf Theremin und Saxofon auf denkbar unkonventionelle Weise den Jazz in diese Mischung hinein. Das ganze kommt auf den Punkt, so dass es in diese Klangwelt hineinzieht, dass man den Trubel, der hier überall sonst herrscht, bestens meditativ ausblenden kann. So soll es sein, wie Musik funktioniert!
Stefan Pieper

Musik an sich 2014
Gilda Razani und Hans Wanning konnten schon mit ihrem gemeinsamen Bandprojekt Gilda Razani & Sub.Vision absolut begeistern. Abseits der Band spielen sie gemeinsam als Duo unter dem Namen About Aphrodite zusammen und gehen hier einen etwas anderen Weg. Der Jazz als Grundlage ist zwar geblieben, doch wird der Sound hier durch Elektronische Musik ergänzt. So entsteht ein hypnotischer Sound der enorm viel Groove aufweist und nun auf Ocean Lily verewigt wurde.Eines der herausstechenden Merkmale der Musik ist die Verwendung des Theremin, welches mit seinem ätherischen Sound viel zum besonderen Charakter der Musik beiträgt. Im Jazz habe ich dieses selten verwendete Instrument bisher noch nie verortet. Und dabei kann es durch das berührungslose Spiel und den möglichen Glissandi feinste Melodien auf diese ganz eigene Weise erzeugen. Gilda Razani gehört ganz offensichtlich zu den wenigen Musikern, die dieses Instrument wirklich beherrschen und es nicht als reine Spielerei abtun. Daneben ist sie natürlich auch eine Könnerin am Saxophon. Ein weiteres Merkmal der Musik ist der Einbau von bekannten Melodien wie ‚La vie en Rose‘ in den Klangkosmos. Man wird kurz davon gefesselt um dann wieder in andere Sphären abzugleiten. Die elektronischen Grooves – ergänzt durch das Percussionspiel von Fethi Ak und Djamel Laroussi – liefert eine feine Basis für die Musik. Hier wird nicht stupide gestampft, sondern fein ziseliert musiziert. Das besitzt Klasse. Hans Wanning weiß sehr genau, wie ein Groove funktioniert und ist auch am Piano ein Könner.Ocean Lily ist eine gelungene Melange von Jazz und Elektronik. About Aphrodite ist auf CD (oder Vinyl) eine feine Sache. Empfehlung!
Ingo Andruschkewitsch

Technoszene.com November 2014
Die beiden Musiker Gilda Razani und Hans Waning sind zusammen unter ihrem elektronischen Musikprojekt About Aphrodite auf Erfolgskurs. Poetisch und phantasievoll lassen sich Gilda Razani und Hans Wanning von der großen Sinfonie der Welt inspirieren und gestalten bewegende Soundtracks in einem einzigartig athmospärischen clubbig groovenden Sound. Dabei trifft der älteste elektronische Klangerzeuger, das Theremin, welches berührungslos gespielt wird, auf den Flügel, Saxofon, Flöte und Lyrics. Ihr neues elktronisches Meisterwerk Ocean Lily erschien auf dem Australischen Label Aztek Electronics Music…

NRW jazz.net Juni 2014
Sphärische Klangräume |
„about aphrodite“ im elektromagnetischen Feld
Zwei Elektroden, die als Antennen fungieren, dazu die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers, der dieses elektromagnetische Feld beeinflusst – das ist ein „Theremin“. So heißt das Instrument, dass Gilda Razani im Gelsenkirchener „stadt.bau.raum“ bespielteElektronische Tanzmusik erfüllte die Veranstaltungshalle. Das Duo Gilda Razani und Hans Wanning, bekannt unter „Sub.vision“ tritt nunmehr als „About Aphrodite“ auf, denn „Sub.vision war gestern, die Zukunft gehört „About Aphrodite!“, so die Saxophonistin Razani.Nach Gelsenkirchen kamen sie mit dem algerischen Percussionisten, Gitarristen und Sänger Djamel Laroussi, der auch auf der Gimbri, einer afrikanischen Kastenhals-Laute mit drei Saiten, überzeugte. Zu den virtuosesten Darbukaspielern und Percussionisten in Deutschland zählt der türkisch-stämmige Fethi Ak. Und so heißt es dann auch „About Aphrodite feat. Djamel Laroussi und Fethi Ak“. Dazu noch zusätzliche Visual Effects – von Pascal Marczona und Jan Paustian. Das Publikum war wie hypnotisiert. Vor allem, wenn Gilda Razani auf dem Theremin Töne erzeugte und dabei fast wie beschwörend ihre Hände bewegte. So entführten die vier Musiker in eine vollkommen andere Welt. Auch mal ganz weit zurück, wenn sie ihre Version des „Adagio“ von Tomaso Giovanni Albinoni spielten. Das kam so gar nicht wie Klassik daher. Eher elektronische Tanzmusik, die fast ein wenig in den Reggae überging. Dabei klang das Theremin teilweise fast wie eine Operndiva oder auch mal wie eine singende Säge. Das Stück „Nacht“ versetzte den Zuhörer in eine nächtliche Fahrt auf der Autobahn, die schnell Fahrt aufnahm, gefolgt von eintönigen Phasen, Anspannung, Schnelligkeit. „Mutti“ zeigte ebenfalls: So sphärisch und dicht die Klangräume der Stücke sind, so prägnant stehen auch immer wieder starke Melodien im Zentrum.Hans Wanning zeigte sein Können als Jazzpianist, bevor die elektronischen Klänge wieder ins Spiel kamen. Er studierte Jazzpiano und klassische Komposition am Conservatorium in Hilversum, NL. 1988 war er Preisträger beim „European Jazz Contest“ in Brüssel. Der elektronische Sound von „About Aphrodite“ fasziniert ihn und er hat sich dafür in der Clubszene in den letzten zwei Jahren in diese Art von Musik vertieft, verrät er. Insgesamt ein sehr beeindruckendes Konzert mit einzigartigem atmosphärischem Sound.

WAZ Gelsenkirchen Juni 2014
Im letzten Jahr begeisterten sie als Duo „sub.vision“ hoch oben auf dem Nordsternturm, diesmal kamen sie als Quartett in den „stadtbauraum“ an der Boniverstraße: Die Jazz-Formation „About Aphrodite“, wie sie sich nun endgültig nennt, füllte am Donnerstag abend den gut besuchten Industrieraum mit wunderbar hypnotischen, sphärischen Klangflächen.
Klang traf Licht und Videoperformance und machte den Abend zu einem attraktiv runden und sogar tanzbaren Erlebnis. Gilda Razani malte allein mit ihren Händen fragile, magische Töne in den Raum. Sie beherrscht mit großer Meisterschaft das älteste elektronische Instrument der Welt, das Theremin, lässt poetische Schwingungen durch den Raum tanzen, immer im perfekten Zusammenklang mit dem Flügel- und Keyboardsound von Hans Wanning. Immer wieder greift Razani, gebürtige Iranerin, zum Saxophon, entlockt auch diesem Instrument emotionale, warme Melodien.
Elisabeth Höving

WAZ Gevelsberg April 2014
Irgendwo zwischen abgedreht und ziemlich genial.
Bastian Haumann

NRWjazz.net September 2013
Clubatmosphäre auf dem Nordsternturm. Ein bißchen Molvaer, ein bißchen Trentemøller, eine Prise feinster Jazz, viele kreative Ideen, gewürzt mit einem ungewöhnlichen Instrument, das ist Sub.vision mit ihrem neuen Projekt ‚About Aphrodite‘.So strahlend und entspannt sah man Gilda Razani und Hans Wanning irgendwie noch nie. Ein phantastisches Konzert in einer der wohl ungewöhnlichsten Locations Nordrhein-Westfalens und ein rundum begeistertes Publikum.Ein außergewöhnliches Amalgam aus Club- und Housemusik und Jazz von Sub.vision.Neben dem komplex-virtuosen Spiel auf Tasten und Computer von Hans Wanning, war das von Gilda Razani äußerst gefühlvoll und wohl dosiert eingesetzte und zum Teil ebenfalls mit elektronischen Effekten gespielte Theremin.Die Geburtsstunde eines außergewöhnlichen Duos und einer außergewöhnlichen Spielstätte.
Bernd Zimmermann

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